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Fährtenhund

Allgemeines

Jeder Hund, der eine weniger, der andere mehr, ist dem Menschen im Riechen millionenfach überlegen. Diese Erkenntnis wird leider von vielen Hundeführern nicht beachtet. Sie bieten ihren Hunden nicht die Möglichkeit, die überragenden Feinheiten ihrer Nase einzusetzen. Die Bereitschaft des Hundes zur Nasenarbeit ist im grossen Masse vorhanden, mangelt aber oft an Möglichkeiten, die ihnen ihr Führer bietet. Denn dass ein Hund nicht suchen oder aufspüren kann, liegt meistens an der fehlerhaften Ausbildung durch seinen Führer.



Nasenarbeit ist für Hund und Führer Schwerstarbeit. Die Erfahrungen die ein Hund bei der Fährtenarbeit macht, seien es nun positive oder negative, speichert er in seinem Gedächtnis. Darum ist die korrekte Einwirkung des Hundeführers auf den Hund während der Arbeit von grösster Wichtigkeit. Denn der Hundeführer muss in der Lage sein, seinem Hund zu vermitteln, dass er nur das tun darf, was er wirklich soll. Leider hapert es oft an dem Unvermögen des Hundeführers, dies dem Hund zu vermitteln.



Diese Hunde orientieren sich vorwiegend anhand der Bodenverletzung, z.B. durch Fussabdrücke, und folgen mit tief gesenktem Kopf dem jeweiligen Eigengeruch der Fährte (tiefe Nase). Sie müssen sehr spurentreu sein und lassen sich vom Wind wenig beeinflussen. Die Fährtenhunde sind für den Sport gedacht.



Der Fährtenhund soll auf das Hörzeichen „Such“ eine bestimmte, von einem Menschen gelegte Fährte mit tiefer Nase sicher und korrekt ausarbeiten. Dabei soll er alle Gegenstände, die der Fährtenleger gelegt hat, überzeugend verweisen oder aufnehmen.
Der Hund sollte diese Arbeit bei jeder Tageszeit, in jedem Gelände und bei jeder Witterung zuverlässig ausführen.



Wann beginnen wir mit der Fährtenarbeit?
Schon ab dem dritten Lebensmonat können wir mit der Fährtenarbeit beginnen. Die Fährtenarbeit bereitet schon dem jungen Hund große Freude, weil wir mit der Reizwelle Futter beginnen. Das setzt aber voraus, dass der Hund mit einem Hungergefühl zur Fährtenarbeit geht. Ein Vollgefressener Hund wird nicht konzentriert arbeiten. Kommt der Hund mit einem Hungergefühl zur Fährtenarbeit, dann wird er sehr schnell lernen, wofür die Nase da ist. Wenn wir mit einem jungen Hund anfangen, suchen wir uns ein Gelände, das möglichst unbegangen ist. Es sollte auch frei von sonstigen Ablenkungen sein. Zum Beispiel freilaufende Rinder, Schafe, belebte Strasse usw., damit der Hund sich voll auf die bevorstehende Arbeit konzentrieren kann. Das Fährten wird dadurch bei dem jungen Hund wesentlich erleichtert. Beim Legen der ersten Fährte binden wir den Hund an und lassen ihn zuschauen. Der Fährtengeruch entsteht aus dem hinterlassenen Geruchskomplex des Menschen, des verletzten Bodens und den Gerüchen der beschädigten Bodenbewachsung.



Wichtige Lernwege
Die Lernwege sind in 3 Gruppen aufgeteilt und sehen wie folgt aus:

Fährten über den Meutetrieb
Eine sehr oft angewandte Form, einem Hund das Fährten zu lernen, ist die Abrichtung über den Meutetrieb. Hierbei wird das Bestreben des Hundes genutzt, immer in der Nähe seines Meutegenossen Mensch zu sein. Vor allem im Welpenalter wird dieser Weg beschritten. Die Begründung für diese Ausbildungsmethode wird volgender massen dargelegt:
1. Der Welpe ist sehr stark an uns gebunden;
2. Der Eigengeruch des Hundeführers ist eine Signalbedeutung für den Welpen.

Der Aufbau verläuft meist wie folgt:
Wir übergeben unseren angeleinten Hund einem anderen Hundeführer. Dann treten wir an geeigneter Stelle einen grösseren Abgang in Sicht des Hundes und rufen dabei öfter seinen Namen. Nach längerem Verweilen gehen wir auf einer deutlichen Spur unter ständigem Rufen des Hundes geradeaus.
Haben wir etwa die Hälfte der von uns anvisierten Strecke zurückgelegt, geht der Hundeführer mit unserem Hund in ein Versteck. Am Fährtenende angelangt, rufen wir nochmals unseren Hund und verstecken uns. Der Hundeführer geht jetzt mit unserem Hund zum Abgang und ermuntert ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum suchen.
Gebraucht der Hund die Nase, wird er vom Hundeführer gelobt und weitergeführt oder, meist zu Anfang, abgeleint und sich selbst überlassen. Hat der Hund uns gefunden, wird er ausgiebig begrüsst und gelobt. Anschließend toben und spielen wir mit ihm.

Kernaussage:
Der Meutetrieb gehört zu jenen Zentren der Instinkte, die nach Auslösung der Suchbereitschaft durch äussere Reize primär den Stöbertrieb erregen. Der Hund verhält sich dass in der herrschenden Reizsituation vorrangig wie ein Hochwindsucher (Luftfährte) oder Spürhund.

Fährten über den Beutetrieb
Der Beutetrieb ist mit dem angeborenen Jagdtrieb des Hundes nahe verwandt und besteht ursprünglich im Bestreben, Beuteobjekte zu fassen, festzuhalten und zu töten. Da der Jagdtrieb wiederum Bestandteil des ursprünglichen Ernährungstriebs ist, ist er beim Welpen schon relativ früh entwickelt. Für das Suchen wird der Beutetrieb in der Regel wie folgt eingesetzt:

Wir machen den Hund auf seine Lieblingsbeute wie Ball, Hölzchen oder Lappen richtig wild. Dann binden wir den Hund an und treten in Sicht des Hundes den Abgang und eine kurze, gerade Fährte. Dabei machen wir den Hund immer wieder auf die Beute aufmerksam. Am Schluss der Fährte legen wir die Beute ab und gehen auf unserer Spur wieder zum Abgang zurück. Ohne grossen Zeitverlust setzen wir den Hund am Abgang an und ermuntern ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum Suchen. Setzt der Hund seine Nase ein, wird er gelobt. Hat der Hund seine Beute gefunden, überschütten wir ihn mit Lob und Freude und animieren den Hund zum gemeinsamen Spiel mit dem Beuteobjekt.

Der Aufbau verläuft meist wie folgt:
Wir übergeben unseren angeleinten Hund einem anderen Hundeführer. Dann treten wir an geeigneter Stelle einen grösseren Abgang in Sicht des Hundes und rufen dabei öfter seinen Namen.

Nach längerem Verweilen gehen wir auf einer deutlichen Spur unter ständigem Rufen des Hundes geradeaus. Haben wir etwa die Hälfte der von uns anvisierten Strecke zurückgelegt, geht der Hundeführer mit unserem Hund in ein Versteck. Am Fährtenende angelangt, rufen wir nochmals unseren Hund und verstecken uns. Der Hundeführer geht jetzt mit unserem Hund zum Abgang und ermuntert ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum suchen.
Gebraucht der Hund die Nase, wird er vom Hundeführer gelobt und weitergeführt oder, meist zu Anfang, abgeleint und sich selbst überlassen. Hat der Hund uns gefunden, wird er ausgiebig begrüsst und gelobt. Anschließend toben und spielen wir mit ihm.

Kernaussage:
Der Meutetrieb gehört zu jenen Zentren der Instinkte, die nach Auslösung der Suchbereitschaft durch äussere Reize primär den Stöbertrieb erregen. Der Hund verhält sich dass in der herrschenden Reizsituation vorrangig wie ein Hochwindsucher (Luftfährte) oder Spürhund.

Fährten über den Jagtrieb
Die natürlichste Art, dem Hund das Suchen zu lehren, besteht in der Ausnutzung des angeborenen Jagtriebs. Dabei wird jedoch nur der ursprünglich im Ernährungstrieb wurzelnde Sättigungsdrang angesprochen. Als primäres Element des Selbsterhaltungstriebes ist der Sättigungsdrang von Anfang an beim Hund aktiv und regelt die Stärke des Geruchssinnes.

Dies bedeutet:
Je mehr ein Hund nach Nahrung, verlangt, desto grösser und ausgeprägter ist sein Geruchssinn.
Für die Fährtenarbeit wird diese treibende Kraft des Geruchssinns wie folgt genutzt:
Wir lassen den Hund seinem Futterstand entsprechend 12 bis 36 Stundenlang hungern. Dann treten wir eine kurze, gerade Wurstschleppe mit Unterstützung von Wurstschnitten in den Abdrücken der Fusssole in Windrichtung. Das an einem Bindfaden hinter uns hergezogene Stück Wurst, legen wir am Ende der Schleppe nieder.
Nach kurzer Wartezeit setzen wir den Hund am Abgang an und ermuntern ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum Suchen. Fährtet der Hund mit tiefer Nase, wird er gelobt und erhält am Ende der Spur sein Futter als Belohnung. Anschliessend toben und spielen wir mit ihm.

Kernaussage:
Der Jagdtrieb gehört zu den höchsten Zentren der Instinkte, die nach Auslösung der Suchbereitschaft durch Innenfaktoren (Hormone), primär den Spürtrieb ergeben. Der Hund verhält sich dann in der herrschenden Reitzsituation vorrangig wie ein Fährtenhund.