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Progressive NEPHROPATHIE

Das Zuchtkomitee und das Gesundheitskomitee des Boxers haben schon zu einem früheren Zeitpunkt darüber informiert, dass innerhalb der Rasse Nierenprobleme aufgetreten sind und dass darüber hinaus dem Schwedischen Boxerklub eine geraume Anzahl nachgewiesener Fälle der PNP gemeldet wurde.

Bis heute wurden 11 (2009) nachweisliche Fälle von PNP berichtet.
Aber nach Telefonkontakten zwischen den Komitees und Besitzern von Hunden mit Nierenerkrankungen ist zu befürchten, dass noch mehr Fälle bekannt werden, sobald die endgültige Diagnose feststeht. Darüber hinaus steht fest, dass in einer Reihe von Fällen, die bisher noch nicht an den Klub gemeldet worden sind, Versicherungsunternehmen Entschädigungen geleistet haben. Von daher gibt es gute Gründe befürchten, dass das Problem noch weiter verbreitet ist als derzeit bekannt.

PNP ist ein Defekt, bei dem der Hund mit unterentwickelten Nieren zur Welt kommt. Es führt dazu, dass die Nieren nicht die volle Leistungsfähigkeit erlangen, um den Körper von Abfallprodukten zu reinigen. Genauso wenig wird das Hormon Erytropoetin produziert, das notwendig ist zur Formung roter Blutzellen. Die Symptome, die sich nicht von anderen Nierenerkrankungen unterscheiden, sind: erhöhter Durst und übermäßiges Urinieren, Appetitverlust und Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall und Austrocknung.

Um die Diagnose zu bestätigen und PNP von anderen Nierenerkrankungen zu unterscheiden, ist es unerlässlich, eine mikroskopische Untersuchung des Nierengewebes vorzunehmen, die sog. Nierenbiopsie an lebenden Hunden oder eine Untersuchung port mortem (nach Eintritt es Todes).

Der Schwedische Boxerklub hat schon zu einem früheren Zeitpunkt über PNP informiert, zuletzt auf einem Züchterseminar im vergangenen Jahr und auch im Züchtermagazin, Nr. 4/00 und 1/01. Informationen sind auch auf der Homepage unter der Rubrik „Health“ (Gesundheit) zugänglich. Ein Informationsschreiben ist auch an die Halter bekannter PNP-Träger gesandt worden, dh. Rüde/Hündin mit nachgewiesenermaßen erkrankter Nachzucht und schließlich an Züchter von nachweislichen Trägern. Der Brief enthält zudem eine Bitte an Besitzer von Deckrüden, die nachweislich Träger der Krankheit sind, die Züchter zu kontaktieren, die diese männlichen Tiere zur Zucht eingesetzt hatten.

Der Schwedische Boxerklub ist in ständigem Kontakt mit dem genetischen Spezialisten des Rassezuchtverbandes (entspricht dem Dt. VDH), Lennart Svennson. Zum einen hinsichtlich Ratschlägen, wie der Schwedische Boxerklub mit der Situation umgehen sollte, zum anderen bzgl. Empfehlungen, wie zuchthygienische Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt ergriffen werden können.

Gegenwärtige Empfehlungen für zuchthygienische Maß

1. Bekannte Krankheitsträger von der Zucht ausschließen.
2. Betroffene Wurfgeschwister und Vollgeschwister sollten nicht in die Zucht gelangen.
3. Falls Wurfgeschwister/Vollgeschwister in der Zucht eingesetzt werden, sollten sie nicht mit PNP-Trägern verpaart werden.
4. Falls Nachzucht von nachweislichen Trägern zur Zucht verwendet wird, sollten sie nicht mit Nachzucht anderer Träger verpaart werden.

Das Zuchtkomitee und das Gesundheitskomitee des Boxers werden jetzt die Besitzer der Wurfgeschwister/Vollgeschwister von betroffenen Hunden anschreiben und direkte Informationen erteilen. Zudem wird gebeten, diese Hunde nicht in der Zucht einzusetzen. Wir hoffen darüber hinaus, dass die Züchter und Hundebesitzer zusammenstehen und bitten um Unterstützung, um Informationen über „Verdachtsfälle“ zu gewinnen sowie über Hunde, die aufgrund von PNP eingeschläfert wurden, aber bisher noch nicht dem Gesundheitskomitee genannt wurden. Allen wird nahe gelegt, sich eingehend mit den Informationen über einfache regressive Erblichkeit zu befassen, die in der Klubzeitschrift 1/01 veröffentlicht wurden.